Frankreich Urlaub – Der ultimative Guide für Genießer, Entdecker und Neugierige
Entdecken Sie die Magie Frankreichs: Von der Eiffelturm-Romantik in Paris über die malerischen Weinberge der Provence bis hin zu den historischen Schlössern der Loire - mein Blog nimmt Sie mit auf eine faszinierende Reise durch Kultur, Kulinarik, Geschichte und moderne Lebensart eines der vielfältigsten Länder Europas.
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026
Lesezeit: ca. 7 Minuten
Inhalt
Ecki war schon einmal hier. Letztes Jahr, eine ganze Woche. Das ist keine Kleinigkeit – wer eine Woche irgendwo verbringt, ohne gebuchte Führungen und ohne Pflichtprogramm, der kennt einen Ort auf eine Art, die kein Reiseführer abbilden kann. Er kennt die Stunden, in denen der Hafen ruhig ist. Er kennt den Geruch, wenn der Wind dreht. Er weiß, wo man morgens Kaffee bekommt, bevor die Tagestouristen ankommen.
Jetzt ist er wieder da. Das Wohnmobil steht, Honfleur liegt vor ihm.
Wer Eckis Reise von Anfang an verfolgt hat, findet hier alle bisherigen Etappen:
Der Vieux Bassin ist das, wofür die meisten nach Honfleur kommen. Ein rechteckiges Hafenbecken, umschlossen von Häusern, die so schmal und so hoch sind, dass man unwillkürlich nachzählt: vier Stockwerke, fünf, manchmal sechs oder sieben, übereinandergestapelt wie Schachteln, verkleidet mit dunklem Schiefer. Die Häuser stehen seit dem 17. Jahrhundert dort. Sie haben sich in dieser Zeit ein wenig nach vorne geneigt, ein wenig zur Seite verschoben – aber sie stehen.
Davor liegen Boote. Fischerboote, Segelboote, manchmal größere Yachten. Das Wasser spiegelt die Fassaden, morgens klarer als abends, wenn die Terrassen der Restaurants voll sind und das Licht orange wird. Ecki kennt beide Versionen – er war früh morgens dort, wenn außer ihm kaum jemand am Wasser war, und er war abends dort, wenn der Hafen das Zentrum des Abendlebens wird.
Der Vieux Bassin ist nicht groß. Man läuft ihn in zehn Minuten ab. Aber man macht das selten in zehn Minuten, weil man immer wieder stehen bleibt. An einem anderen Boot. An einem anderen Winkel. An dem Moment, wenn ein Fischerboot einläuft und das Wasser kurz in Bewegung gerät.
Ecki sagt: „Eine der schönsten Städte Frankreichs." Das ist ein Urteil, das er nicht leichtfertig fällt.
Was Ecki besonders fasziniert hat: In Honfleur legen zwei grundverschiedene Arten von Kreuzfahrtschiffen an. Die einen kommen die Seine herunter – Flusskreuzfahrtschiffe, die irgendwo in Paris oder weiter flussaufwärts gestartet sind und jetzt die Mündung erreichen. Die anderen kommen aus dem Ärmelkanal – kleinere Meereskreuzfahrtschiffe, die die Nordseeküste entlangfahren und Honfleur als Anlaufpunkt nutzen.
Beide Typen liegen manchmal gleichzeitig im Hafen. Der Unterschied im Maßstab ist deutlich: Flusskreuzfahrtschiffe sind schmaler, niedriger, gebaut für Schleusen und Brücken. Meereskreuzfahrtschiffe haben mehr Tiefgang, mehr Breite, einen anderen Charakter. Wer am Kai steht und beide nebeneinander sieht, bekommt ein gutes Bild davon, wie unterschiedlich Reisen auf Wasser sein kann.
Für Wohnmobilfahrer wie Ecki hat das eine praktische Konsequenz: Wenn tagsüber Kreuzfahrtgäste in der Stadt sind, ist der Vieux Bassin voll. Abends, wenn die Schiffe wieder ablegen oder die Passagiere zurückgekehrt sind, gehört die Stadt stärker den Leuten, die bleiben. Ecki bleibt. Das ist sein Vorteil.
Honfleur ist mehr als der Vieux Bassin. Wer die Gassen hinter dem Hafen betritt, findet eine kompakte Altstadt mit Fachwerkhäusern, engen Durchgängen und kleinen Plätzen, auf denen tagsüber Markt ist und abends Leute sitzen. Die Église Sainte-Catherine ist dabei das auffälligste Gebäude – eine Holzkirche aus dem 15. Jahrhundert, die größte ihrer Art in Frankreich, gebaut von Schiffszimmerleuten nach dem Hundertjährigen Krieg. Die Konstruktion sieht aus wie ein umgekehrter Schiffsrumpf, was kein Zufall ist.
Honfleur hat eine lange Geschichte als Ausgangshafen für Entdeckungsreisen. Von hier brach Samuel de Champlain im frühen 17. Jahrhundert auf, um Québec zu gründen. Die Stadt hat diese Vergangenheit nicht vergessen – es gibt ein Museum, das sich ausschließlich der Seefahrtsgeschichte widmet. Aber Honfleur wirkt nicht wie eine Stadt, die in ihrer Geschichte lebt. Es ist ein lebendiger Ort, der seinen Charakter behalten hat, ohne zum Freilichtmuseum zu werden.
Die Maler haben das früh gemerkt. Im 19. Jahrhundert kamen Courbet, Monet und Boudin hierher, angelockt vom Licht über der Seine-Mündung, von den Häusern am Wasser, von der Atmosphäre zwischen Fluss und Meer. Das Eugène-Boudin-Museum zeigt heute Werke aus dieser Zeit – wer versteht, warum Maler immer wieder hierher zurückgekehrt sind, versteht auch, was Honfleur von anderen normannischen Städten unterscheidet.
Ecki hat seinen Stellplatz in Hafennähe gefunden. Die Lage ist praktisch: kurze Wege zum Vieux Bassin, kurze Wege in die Altstadt, und trotzdem genug Abstand vom abendlichen Trubel, um nachts ruhig schlafen zu können.
Honfleur ist eine der beliebtesten Wohnmobil-Destinationen der Normandie – das merkt man an der Auslastung, besonders in den Sommermonaten. Wer in der Hochsaison kommt, sollte früh ankommen oder einen der etwas außerhalb gelegenen Stellplätze in Betracht ziehen. Ecki war zu einer Zeit dort, in der es noch entspannt war. Eine Woche lang denselben Platz – das ist Komfort, den kein Hotel bieten kann.
Das Wohnmobil als Basislager hat in Honfleur einen besonderen Vorteil: Die Umgebung lädt zu Tagesausflügen ein. Die D-Day-Strände sind von hier in 45 Minuten erreichbar, Deauville und Trouville liegen 15 Kilometer westlich, und die Pont de Normandie ist praktisch vor der Haustür. Man kann morgens nach Le Havre fahren, nachmittags zurück sein und abends am Vieux Bassin sitzen.
Wer in Honfleur steht und nach Norden schaut, sieht die Pont de Normandie. Die Brücke ist von der Stadt aus sichtbar – ein schlankes, weißes Konstrukt, das die Seine-Mündung überspannt und Honfleur mit Le Havre auf der anderen Seite verbindet. Fast zwei Kilometer Spannweite zwischen den Pylonen, gebaut in den 1990er-Jahren, heute eine der längsten Schrägseilbrücken Europas.
Die Seine-Mündung selbst ist eine eigene Landschaft. Breit, flach, von Wattflächen und Feuchtwiesen gesäumt – ein Übergangsraum, der weder ganz Fluss noch ganz Meer ist. Bei Ebbe liegen weite Schlickflächen frei, bei Flut steigt das Wasser schnell. Zugvögel rasten hier auf dem Weg zwischen Nord und Süd. Der Wind kommt meistens vom Wasser.
Ecki hat sich die Mündung von beiden Seiten angeschaut – von Honfleur aus und von der Brücke. Von oben sieht man, wie der braune Flusswasserstrom der Seine noch weit in den Ärmelkanal hineinreicht, bevor er sich mit dem Salzwasser vermischt. Das ist ein Detail, das man von unten nicht sieht. Manchmal lohnt sich der Umweg über die Brücke allein dafür.
Was ist der Vieux Bassin in Honfleur?
Der Vieux Bassin ist das alte Hafenbecken im Herzen von Honfleur, umgeben von bis zu sieben Stockwerke hohen Schieferhäusern aus dem 17. Jahrhundert. Er gilt als eines der charakteristischsten Hafenmotive Frankreichs und ist das Zentrum des Stadtlebens – tagsüber für Touristen, abends für alle.
Legen Kreuzfahrtschiffe in Honfleur an?
Ja. Honfleur ist Anlaufpunkt sowohl für Flusskreuzfahrtschiffe auf der Seine als auch für kleinere Meereskreuzfahrtschiffe aus dem Ärmelkanal. Beide Schiffstypen liegen teils gleichzeitig im Hafen – ein seltenes Bild in Frankreich.
Gibt es Wohnmobil-Stellplätze in Honfleur?
Ja. In Honfleur gibt es mehrere Stellplätze, darunter einen in Hafennähe mit kurzen Wegen zum Vieux Bassin. In der Hochsaison empfiehlt sich frühe Ankunft, da Honfleur zu den beliebtesten Wohnmobil-Zielen der Normandie gehört.
Was macht Honfleur so besonders?
Die Kombination aus historischem Hafen, kompakter Altstadt, Lage an der Seine-Mündung und einer lebendigen Gastronomie macht Honfleur einzigartig in der Normandie. Dazu kommen die Kreuzfahrtschiffe, das Eugène-Boudin-Museum und die Holzkirche Sainte-Catherine als sehenswerte Einzelstücke.
Wie weit ist Honfleur von Caen entfernt?
Honfleur liegt rund 60 Kilometer nordöstlich von Caen. Mit dem Auto dauert die Fahrt über die Pont de Normandie etwa 45 Minuten – ein gut machbarer Tagesausflug von Caen aus.
Was ist die Pont de Normandie?
Die Pont de Normandie ist eine Schrägseilbrücke, die die Seine-Mündung zwischen Honfleur und Le Havre überspannt. Mit fast zwei Kilometern Spannweite zwischen den Pylonen gehört sie zu den längsten Brücken Europas und ist von Honfleur aus gut sichtbar.
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Eine Woche Honfleur. Ecki hat das nicht erklärt, er hat es einfach gemacht. Wer einen Ort gut kennt, kommt wieder – und bleibt länger als geplant. Der Vieux Bassin ist morgens anders als abends, bei Regen anders als bei Sonne, wenn die Kreuzfahrtgäste da sind anders als wenn sie weg sind. Eine Woche reicht gerade, um all das zu sehen.
Wer nur einen Tag hat: Hafen, Sainte-Catherine, eine Stunde in den Gassen dahinter. Das reicht für einen ersten Eindruck. Für mehr braucht man Zeit – und ein Wohnmobil ist dafür kein schlechter Anfang.
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